
INTERVIEW
Neue Konzepte für's alte Industrierevier

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Das ehemalige Zwischenpumpwerk der Berliner Wasserbetrieb ist Standort für moderne Konzepte.
Quelle: BWB
Über Berlin-Lichtenberg
Im Bezirk Lichtenberg leben über 250.000 Menschen. Mehr als 16.000 Unternehmen haben sich hier niedergelassen und profitieren von der Nähe zur Berliner City wie auch zum Brandenburger Umland. Darunter finden sich hochmoderne und exportintensive Industrie- und Technologieunternehmen der Metallverarbeitung, des Werkzeug- und Fahrzeugbaus, des wissenschaftlichen Gerätebaus, der Elektrotechnik, Druckereien und Lebensmittelhersteller sowie industrienahe Dienstleister.
Mit dem Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf teilt sich Lichtenberg das größte zusammenhängende Gewerbegebiet Berlins, das "Gewerbearal Berlin eastside", das auf über 1.200 Hektar Miet-, Lager- und Kaufflächen vielfältige Ansiedlungsmöglichkeiten bietet.
Weitere Informationen:
www.berlin.de
Die freien Flächen und ungenutzten Gebäude wie das alte Wasserpumpwerk an der Landsberger Allee werden in den nächsten Jahren zu neuem Leben erwachen. Mit modernen Konzepten tragen mehrere Investoren dazu bei, den Standort noch attraktiver für Berliner und Touristen zu machen. Aber auch für Industrie, Gewerbe und sogar für landwirtschaftliche Nutzung ist im alten Lichtenberger Industrierevier ausreichend Platz.
Dr. Andreas Prüfer, Wirtschaftsstadtrat des Bezirks Lichtenberg, über die Planungen an der Landsberger Allee und aktuelle Entwicklungen im Bezirk:
Herr Dr. Prüfer, wie wird es in fünf Jahren rechts und links entlang der Landsberger Allee aussehen?
Ich hoffe, dass die seit Jahren geplanten Bau- und Möbelmärkte endlich realisiert werden - die stadtplanerischen Voraussetzungen dafür bestehen seit langem. Investoren wie IKEA oder die Globus-Baumärkte wollen nun loslegen. Für weitere Möbel- und Fachmarktanbieter ist noch ausreichend Platz. Sie sollten die Initialzündung, die IKEA 2010 geben wird, nutzen und den Standort bereichern.
Und was passiert mit dem alten Zwischenpumpwerk der Berliner Wasserbetriebe?
Die rot verklinkerten historischen Bauten an der Landsberger Allee wurden seit 1893 als Zwischenpumpwerk genutzt. Heute steht die Gesamtanlage auf dem 13 Hektar großen Areal unter Denkmalschutz und ist in der Denkmalliste des Landes Berlin verzeichnet. Die alte Gebäudesubstanz wurde in den letzten Jahren aufwändig denkmalgerecht saniert und erstrahlt seitdem in neuem Glanz.
Da die Berliner Wasserbetriebe rund die Hälfte der Gebäude nicht mehr für betriebliche Zwecke benötigen, bietet sich die Möglichkeit der alternativen Nutzung. Hier ist das Unternehmen mit ausdrücklicher Unterstützung des Bezirks im Gespräch mit Gastronomen und einem Sportartikelanbieter, die passend zu der vorhandenen baulichen Substanz individuelle Angebote schaffen wollen. Noch befinden wir uns in der Planungsphase, doch ich setze mich persönlich dafür ein, dass diese attraktiven Immobilien eine angemessene Nutzung finden.
Das alte Zwischenpumpwerk soll für Berliner und Besucher der Stadt eine besondere Adresse für Freizeit- und Einkaufserlebnisse werden. Damit wird auch der südlich gelegene Gewerbestandort weiter aufgewertet und die Landsberger Allee verliert den Charme der "Rennpiste".
Welche Entwicklungen gibt es südlich der Landsberger Allee - in den Altindustriegebieten Lichtenbergs?
Die Standorte der alten Lichtenberger Industrie - insbesondere das Elektrokohle-Gelände an der Herzbergstraße - sind unstrittig unsere schwierigsten Flächen. Allerdings haben auch diese Gewerbestandorte ein großes innerstädtisches Entwicklungspotenzial und sind infrastrukturell gut erschlossen. In dem Gebiet südlich der Landsberger Allee gibt es eine Reihe von Pflanzen und Pflänzchen, die es zu pflegen gilt, zum Beispiel in den Bereichen Metallbau und Elektronik-Elektrotechnik.
Mit dem größten ostdeutschen T-Mobile-Standort, der Berliner Luft Technische Geräte GmbH oder der PANTRAC GmbH sind im Gewerbeareal Berlin eastside überregional bekannte Firmen ansässig, genau wie zahlreiche kleine, zum Teil hochspezialisierte Handwerks- und Industrieunternehmen. Weiterhin sind südlich der Landsberger Allee zahlreiche Auto- und Großhändler sowie Speditionen ansässig. Das Umfeld für Industrie und Logistik stimmt. Und: An vielen Stellen bestehen immer noch gute Ansiedlungsmöglichkeiten für Unternehmen.
Gibt es branchenspezifische Schwerpunkte, dieUnternehmen vom Standort Lichtenberg überzeugen?
Oh ja - um nur zwei Beispiele zu nennen: Hier entwickelt sich zur Zeit das größte asiatische Großhandelszentrum Berlins. Das gibt dem Gebiet einen völlig neuen Charakter, der - richtig einsortiert und begleitet - dem Bezirk gut zu Gesicht steht.
Und schließlich ist hier mit dem "Königin Elisabeth Herzberge" eines unserer großen Krankenhäuser zu finden, das weit über den Bezirk und Berlin hinaus für seine einmalige Parklage und vor allem für seine Spezialdisziplinen Urologie und Gefäßerkrankungen bekannt ist. Dass der Bezirk eine Brache im Umfeld zu einem Landschaftspark entwickelt und hier inzwischen auch Schafe weiden, rundet das Bild eines zukunftsfähigen Standorts ab.
Vielen Dank für das Gespräch!

Hier dreht sich alles rund ums Blut
Die Haema AG in Berlin eastside

Die Haema AG ist der größte unabhängige Blutspendedienst in Deutschland.
Foto: ORCO-GSG/A. Simon
Wachstumsziel von Haema ist es, jährlich im Schnitt fünf neue Spenderzentren einzurichten. Vor wenigen Wochen ist das 27. Zentrum in Lübeck hinzugekommen. Das Unternehmenswachstum war auch der Grund dafür, dass Haema neue Räume im GSG-HOF Wolfener Straße bezog. Am vorherigen Standort in Berlin-Buch war es für das expandierende Unternehmen zu klein geworden. In das neue Domizil investierte die Blutfirma rund sechs Millionen Euro, unter anderem für Analyse-Geräte der neuesten Generation. "Jetzt fühlen wir uns sehr wohl hier", sagt Dr. Christine Scheuch, die Leiterin des zentralen Spenderlabors.
Die Tätigkeit von Haema unterliegt dem Arzneimittelrecht, das bedeutet strengste Kontrollen. Pro Tag werden im Berliner Labor zwischen 2.500 und 3.500 Spenderproben analysiert. Ein Gutteil der Arbeit wird heute von Analyseautomaten übernommen. Vorher müssen die Probenröhrchen zentrifugiert und geöffnet werden. "Im vergangenen Jahr wurden mehr als 874.000 Spenden bei Haema geleistet", erklärt Frau Dr. Scheuch. Ein Viertel davon sind so genannte Vollblutspenden, die in der Regel ein Volumen von einem halben Liter umfassen; bei einer Plasmaspende wird lediglich das reine Plasma abgezapft.
Seine Wurzeln wie auch seinen Hauptsitz hat die Haema AG in Leipzig, wo das Unternehmen 1993 unter dem Namen "Labor Diagnostika GmbH" vom Land Sachsen und zwei Landkreisen gegründet wurde. 1997 kam der Berliner Betriebsteil Haema hinzu, der seine ursprünglichen Wurzeln in der Transfusionsmedizin der Charité hatte. Heute beschäftigt Haema rund 870 Mitarbeiter, davon rund 60 in Berlin. Fünf Prozent des Blutbedarfs in Deutschland werden von unabhängigen Spendediensten gedeckt, durch Haema allein 3,8 Prozent. Marktbeherrschend sind die gemeinnützigen Anbieter wie das Deutsche Rote Kreuz und kommunale Dienste.
Dennoch ist es möglich, dass auch Neulinge den Platzhirschen Paroli bieten können. Für Jürgen Schneider, der die Berliner Haema-Niederlassung seit 1998 mit aufgebaut hat und heute dem Unternehmensbereich Logistik, Verarbeitung und Vertrieb (LVV) vorsteht, liegt das Erfolgsgeheimnis im Service. "Der Kunde ist König", lautet Schneiders Devise, nach der er seine 13 Lieferfahrzeuge in Berlin zum Einsatz bringt. Wenn erforderlich, werden die Kunden - also Krankenhäuser und Arztpraxen - bis zu achtmal am Tag angefahren, um ihnen die benötigten Blutprodukte zu bringen. In Berlin und Umland beliefert Haema ständig rund 150 Kunden.

ENERGETISCHE SANIERUNG
Das größte Niedrigenergiehaus steht in Berlin eastside

Das größte Niedrigenergiehaus Europas
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Die Bilanz der Modernisierung: 50 Prozent Energieeinsparung. Das Lichtenberger Hochhaus ist voll vermietet, die Wohnungen sind gefragt. Bernd Kirschner, Geschäftsführer der HOWOGE: "Durch die erhebliche Energieeinsparung im Zusammenhang mit den durchgeführten Sanierungsmaßnahmen ist die Miete nach der Sanierung trotz Modernisierungsumlage effektiv nur um 0,56 €/m² Brutto je Monat gestiegen. Von den geringeren Energiekosten profitieren wir als Unternehmen genauso wie die Mieter. Und die Umwelt wird weniger mit Emissionen belastet." Durch die Sanierung konnte in der Schulze-Boysen-Straße der CO2-Ausstoß um 435 Tonnen pro Jahr vermindert werden.
Der 18- und 21-geschossige Plattenbau mit seinen 296 Wohnungen und über 18.000 Quadratmetern Wohnfläche wurde vom Dach bis zum Erdgeschoss komplett saniert und modernisiert. Das reichte von der Erneuerung der Wohnungseingangstüren über die Instandsetzung der Treppenhäuser und Etagenflure, die Sanierung der Aufzugsanlagen bis zum Neubau eines gemeinsamen Eingangs für beide Häuser sowie die Einrichtung eines Concierges. Die Energiesparmaßnahmen waren noch umfangreicher: Wasser sparende Armaturen und 4,5-Liter-WC-Anlagen, eine moderne Fassadendämmung, neue Heizflächen und Thermostatventile, neue Kunststofffenster mit 3-ScheibenIsolierverglasung und vor allem der Einbau einer neuen Fernwärme-Hausanschlussstation mit Blockheizkraft-Modul und einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung.
Die Sanierung des Wohnhauses kostete acht Millionen Euro. Davon entfielen 1,9 Millionen Euro für energiesparende Maßnahmen, 422.000 Euro für die Sanierung auf Niedrigenergieniveau. Das bundesweite Modellprojekt wurde durch zweckgebundene Darlehen aus dem KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm und dem KfW-Wohnraum-Modernisierungsprogramm finanziert. Die Restfinanzierung erfolgte aus Eigenmitteln des Wohnungsunternehmens.
Das deutschlandweite Modellvorhaben "Niedrighaus im Bestand" wurde von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen initiiert. Durch das Pilotprojekt sollen innovative technische Standards zur Energieeinsparung erprobt werden.

CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY
Microsoft startete Pilotprojekt in Berlin eastside

Mit der technischen Ausstattung von Schulklassen trägt Microsoft zur optimalen Qualifizierung von Schülern bei.
Quelle: Microsoft Deutschland GmbH
Bildungsförderung als oberstes Ziel
In Zusammenarbeit mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft engagiert sich Microsoft in zahlreichen Projekten und Initiativen, um Wachstum und Entwicklung des Standorts Deutschlands zu fördern und übernimmt somit nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung. Mit dem Projekt "Digitales Klassenzimmer" soll den Schülern der Umgang mit Computern näher gebracht werden, um ihre Berufschancen langfristig zu erhöhen und zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses beizutragen.
"In Zukunft zu investieren heißt auch, die technische Ausstattung von Schulen zu modernisieren", erklärte Norbert Hähnel, Leiter Forschung & Lehre Microsoft Deutschland. So richtete der Softwarehersteller in dem Gymnasium im Bezirk Marzahn-Hellersdorf nicht nur ein W-LAN-Netz ein, sondern stellte darüber hinaus Fachkräfte zu Verfügung, die Schüler und Lehrkräfte im Umgang mit den Laptops schulten und ihnen nützliche Funktionen erklärten.
Mit der Wahl des Melanchton-Gymnasiums trägt Microsoft dazu bei, Berlin eastside als Bildungs- und Wissensstandort weiter zu profilieren und zu fördern sowie die Abiturienten mit dem notwendigen IT-Wissen für den späteren Berufsalltag zu qualifizieren.
Wissenswert
In den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg, kurz Berlin eastside, sind fast 100 Grund- und weiterführende Schulen, fünf Hochschulen, zwei universitäre Fachinstitute sowie zahlreiche weitere außeruniversitäre Forschungs- und Bildungseinrichtungen ansässig. Rund 48.000 Schüler und über 15.300 Studenten bilden die Basis für das künftige Fachkräftepotenzial der Region Berlin eastside.
Weitere Informationen zum Bildungs- und Wissenschaftsstandort Berlin eastside finden Sie >> hier

VERANSTALTUNGSHINWEISE
Lernen Sie Berlin eastside hautnah kennen!

Unter dem Motto "Standort erleben" laden die Veranstalter zur Leistungsschau der regionalen Unternehmen und Institutionen sowie zu folgenden Thementouren durch die Bezirke Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg ein:
- Tour 1: Industrie und Gewerbe
- Tour 2: Gewerbeareal Berlin eastside
- Tour 3: Tourismus und Architektur
- Tour 4: Wissenschaft, Forschung Bildung
Teilnehmer der kostenfreien Bustouren haben die Möglichkeit, die Bezirke sowie den Wirtschaftsstandort Berlin eastside hautnah kennenzulernen. Zum Beispiel erfahren sie aus erster Hand, welche Pläne es für den künftigen Clean Tech Business Park oder die Nachnutzung des ehemaligen Zwischenpumpwerks an der Landsberger Allee gibt. Ein weiteres Highlight ist die Besichtigung des Olympiastützpunktes in Lichtenberg.
Anmeldungen für die verschiedenen Touren nimmt Marion Nüske vom Bezirksamt Lichtenberg, Büro für Wirtschaftsförderung entgegen unter Tel. 030 / 902 96 43 34 oder per E-Mail unter wifoe@libg.verwalt-berlin.de. Die Teilnahme an den Bustouren wird schriftlich bestätigt Erst damit ist die Anmeldung gültig.

Plattengeburtstag in Marzahn-Hellersdorf

Auf zwei Bühnen, mit 40 Stunden Rahmenprogramm mit prominenten Künstlern und lokalen Akteuren und mit vielen "Mitmach-Möglichkeiten" feiert der Bezirk seinen runden Geburtstag. Die Festmeile ist am Samstag von 12.00 Uhr bis 0.00 Uhr und am Sonntag von 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr geöffnet. Themebezogene Abschnitte wir die GeschichtenMeile, die DesignMeile oder die KunstMeile geben Einblicke in den Bezirk und zeigen die Impressionen der Wettbewerbsteilnehmer, die am berlinweiten "Platten"-Wettbewerb teilgenommen haben. Der Höhepunkt der Festivitäten findet am 18. September in den Gärten der Welt statt. Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Gesellschaft und den Medien sind zur PlattenGala eingeladen, um bei einem geselligen Get together den Standort Marzahn-Hellersdorf kennen zu lernen.








